Reportage: Wie 3K-Hundetraining die Kommunikation, Koordination und Konzentration schult

Konzentration, Koordination und Kommunikation sind nötig, um den Hund über die Stelzen zu manövrieren. Ohne Vertrauen ist das nicht möglich. Tanja Schweda verfolgt in ihren 3K+A-Seminaren einen Ansatz, der weit weg vom Alltag auf Hundeplätzen ist. Foto: Jürgen Wartha
Konzentration, Koordination und Kommunikation sind nötig, um den Hund über die Stelzen zu manövrieren. Ohne Vertrauen ist das nicht möglich. Tanja Schweda verfolgt in ihren 3K+A-Seminaren einen Ansatz, der weit weg vom Alltag auf Hundeplätzen ist. Foto: Jürgen Wartha

Entstanden ist unter dem Titel “Fühlen. Wahrnehmen. Zulassen. Annehmen. Verändern lassen. Neu erleben” eine ganz besondere Reportage über eine andere Art von Arbeit mit dem Hund: 3K+ A.

Die Inspiration zu “3K+A”, die Kürzel stehen für Kommunikation, Koordination, Konzentration und Achtsamkeit, hat Tanja Schweda in Südfrankreich gefunden. Dort entdeckte sie bei André Escafre, einem französischen Militärhundeführer, welchen Unterschied es macht, wenn Hund und Halter statt auf Spielzeug und Leckerli auf ein vertrauensvolles Miteinander setzen.

Nicht nur bei den vermeintlich kleinen Übungen geht es ums Detail. Wie stelle ich mich hin, damit mein Hund eine Chance hat zu erkennen, was ich von ihm will? Wohin geht mein Blick? Wie sind Schultern und Hüften ausgerichtet? Halte ich den Hund mit der Leine fest oder ist sie ein sensibles Bindeglied zwischen ihm und mir? Was denke ich dabei? Mit welcher Haltung gehe ich die Aufgaben an? All das wird wichtiger, je komplexer die Aufgaben werden.

Mit seinem Hund in Kontakt zu gehen kann auf unterschiedlichsten Ebenen passieren. In einer Bandbreite von »ein Frolic steht zwischen uns« über einen vertrauensvollen Körperkontakt bis hin zum gemeinsamen Spüren einer Herausforderung. In ihren 3K+A-Seminaren bietet Tanja Schweda einen Rahmen, in dem Vertrauensaufbau möglich ist. Es geht um Sicherheit, dem Verhältnis von Geduld und Durchsetzungsvermögen, Körpersprache und Körperbalance. Seit diesem Jahr gibt es die Seminare auch zu speziellens Schwerpunktthemen. Eines davon ist »In Kontakt treten«.


Ich habe es im Juli 2020 mit meinem Irish Setter Philemon of the Red Dancing Sky besucht und dabei viel über Beziehungsqualität erfahren und den Zauber der Langsamkeit entdeckt.

Doch es ging nicht nur um den Hund. Die Menschen lernen viel über Kontakt. Wir sprachen darüber, dass bei Kontakten oft ein Ungleichgewicht zwischen Nehmen und Geben zu beobachten ist. So wie manchmal Menschen einen Hund eher abrubbeln als streicheln, um sich selbst zu beruhigen, so passiert es auch immer wieder bei zwischenmenschlichen Begegnungen. Was will ich, wo setze ich Grenzen und wo werden sie überschritten? Wie ist das zwischenmenschlich, wenn einer ein Bedürfnis äußert und will, dass ich es erfülle? Kann ich darauf eingehen? Wie fühle ich mich dabei? Und gestehe auch ich mir zu, andere um einen Gefallen zu bitten? Macht es einen Unterschied, wenn der andere etwas tut, von dem er ausgeht, dass es mir guttut? Wie reagiere ich, wenn es so ist? Und wie, wenn nicht? Kann ich in solchen Situationen ehrlich sein? Was bedeutet das für die Beziehungen zu Menschen, die mir nahe sind oder ferner?