Schwierige Metaphern

Eltern in ganz Deutschland machten an Ostern auf die Situation ihrer Kinder in der Krise aufmerksam. Aufgerufen wurde zur „Aktion Kinderschuhe“ oder „Aktion Kindermund“ in den sozialen Medien. Das Anliegen, den Schwächsten der Gesellschaft eine Stimme zu geben, ist nachvollziehbar. Problematisch ist indes die Weise, in der es geschieht und wer die Aktionen vermutlich ins Leben gerufen hat.

Was wirke wie ein harmloser Protest, so schreibt es der MDR in einem Artikel am 31. März, habe seinen Recherchen zufolge aber einen problematischen Hintergrund: Die Aktion werde fast ausschließlich von Gruppierungen beworben, die der Querdenken-Szene und verschwörungsideologischem Denken nahestünden. Er legt nahe, dass durch die Kinderschuh-Aktion die Kindermorde in der Nazi-Zeit mit den Unannehmlichkeiten der Kinder heutzutage gleichgesetzt werden sollen. Schwierige Metaphern.

Ob das den Eltern bewusst ist, die im Harmersbachtal dafür protestieren, dass die Bedürfnisse ihrer Kinder besser berücksichtigt werden? Den meisten offensichtlich nicht, wie aus entsprechenden Stellungnahmen hervorgeht.

Jeder darf seine Meinung sagen, ja. Und jeder hat das Recht dazu. Aber was, wenn die Verzweiflung der Eltern ausgenutzt wird für Zwecke, die diese Eltern sicherlich nicht verfolgen. Gespräche, die mich noch lange beschäftigten …

Kinderschuhe im Lockdown – eine schwierige Metapher… Foto: Susanne Vollrath

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